Über AMIDS
AMIDS steht für eine Steigerung der Innovationsrate über einen eigenen europäischen Datenraum, sowie eine nachhaltige, niederschwellige Anlaufstelle für komplexe Innovationsvorhaben und einfache Zugang zum Datenraum.
Mit der Unterstützung von akademischen und industriellen Partnern werden die Pilotfabriken der JKU Linz, der TU Graz und der TU Wien miteinander verbunden, um die Demonstration von Co-Design und Co-Produktion von Produktionsteilen zu ermöglichen.
In den Forschungsprojekten PilotLin-X und ResearchLin-X findet die digitale Vernetzung der 3 etablierten Pilotfabriken TU Wien Pilotfabrik Industrie 4.0, smartfactory@tugraz und LIT Factory (JKU) statt. Die digitale Vernetzung der Produktionsstandorte und Produktionsprozesse der Pilotfabriken mittels Gaia-X bildet die Grundlage eines Datenraums, in denen sich die Konsortialpartner der Projekte zu einem „Austrian Manufacturing Innovation Data Space“ (AMIDS) zusammenschließen.
Gaia-X
Gaia-X ist keine Cloud, sondern ein de-facto Standard für eine Cloudinfrastruktur, der die europäischen Datenschutzanforderungen, Transparenz und Kompatibilität berücksichtigt.
Dazu werden technische, organisatorische und juristische Standards definiert und die entsprechenden Werkzeuge und Infrastrukturen geschaffen, die einen sicheren europäischen Datenraum garantieren und den sicheren Austausch von Daten ermöglichen. Es soll ein Ökosystem zur Kooperation zum Datenaustausch und zur Erstellung von neuen Services und Geschäftsmodellen entstehen.
Die Organisationsstruktur von Gaia-X basiert dabei auf drei Säulen: der Gaia-X AISBL, den nationalen Gaia-X Hubs und der Gaia-X-Community.
Datenraum
Im Bereich der Datenwirtschaft ist der „Datenraum“ die große Menge an verfügbaren Daten, die von Unternehmen genutzt werden kann, um Einblicke in das Verhalten von VerbraucherInnen zu gewinnen, Marketingstrategien zu entwickeln und neue Geschäftsmodelle zu schaffen. Dieser Datenraum wächst aufgrund der zunehmenden Digitalisierung unseres Lebens stetig an und bietet neue Möglichkeiten für die Monetarisierung von Daten.
Um in der Datenwirtschaft erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen in der Lage sein, die Chancen des Datenraums effektiv zu nutzen und gleichzeitig die Risiken und Herausforderungen zu managen, die damit einhergehen.
Warum ist die Teilnahme an Datenräumen wichtig?
Die Teilnahme an Datenräumen ist für produzierende Unternehmen eine hervorragende Chance. Sie erhalten dadurch Zugang zu einer Fülle von Daten, die für die Optimierung ihrer Geschäftsprozesse und die Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit von entscheidender Bedeutung sind. Ein Datenraum kann helfen, Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln und zu analysieren, um wertvolle Erkenntnisse über die Bedürfnisse von KundInnen, Marktbedingungen, Lieferketten und Produktionsprozesse zu gewinnen. Mithilfe von Datenanalysen können produzierende Unternehmen bessere Entscheidungen treffen, um ihre Produktionseffizienz zu steigern, Produktionsprozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Qualität ihrer Produkte zu steigern.
Außerdem kann die Teilnahme an einem Datenraum produzierenden Unternehmen helfen, ihre Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Organisationen in der Wertschöpfungskette zu verbessern, indem die Interoperabilität und der Datenaustausch erleichtert werden.
Projektökosystem
AMIDS ist Teil eines bahnbrechenden Ökosystems aus fünf innovativen Forschungsprojekten. Die von Industrie- und Forschungspartnern unterstützten Projekte AMIDS, DIONE-X, ESCOM, EuProGigant und Flex4Res konzentrieren sich auf spezifische Ziele, die in das Projektökosystem einfließen, z. B. die Stärkung der Resilienz von Lieferketten, das Ermöglichen eines sicheren und standortübergreifenden Datenaustauschs sowie die Vernetzung von Innovationspartnern. Gemeinsam zeigen sie auf, wie Daten den industriellen Wertschöpfungsprozess unterstützen können und beschreiben die Vorteile datengetriebener Geschäftsmodelle. Diese Bemühungen unterstützen die Rückverlagerung von Produktionsunternehmen zurück nach Europa.
Pilotfabriken: Brücke zwischen universitärer Forschung und industrieller Entwicklung
Günstige Produktionskosten in Niedriglohnländern, aber auch Qualitätsfortschritte beim außereuropäischen Mitbewerb bewegen immer mehr österreichische Unternehmen dazu, ihre digitale Transformation auszubauen bzw. in Angriff zu nehmen. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen fehlen dazu oftmals die Kompetenzen und Ressourcen. In diesem Zusammenhang hat in Österreich ab 2015 der Aufbau von Pilotfabriken begonnen, die als Lern-, Forschungs- und Demonstrationsfabriken einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Angebot der Pilotfabriken richtet sich verstärkt an KMU, um diese bei der Digitalisierung Ihrer Produktionsprozesse zu unterstützen.
Eine Pilotfabrik ist ein realitätsnahes Modell einer Fabrik, in der neue Technologien erforscht, entwickelt und demonstriert werden. Hier findet sich eine neutrale Forschungsumgebung, in der erprobt und getestet werden kann, ohne dass dabei laufende Produktionsprozesse beeinträchtigt werden. Durch die Kooperation von ForscherInnen und IndustriemitarbeiterInnen werden anwendungsnahe Erkenntnisse gewonnenen, die den Technologietransfer von der universitären Forschung in die industrielle Anwendung forcieren.

JKU LIT Factory
Kreislaufwirtschaft mit Re- und Upcycling von Kunststoffen
Smarte Kunststoffverarbeitung und Entwicklung neuer Prozesstechnologien
Digitale Transformation entlang der Wertschöpfungskette zum Wohle von Mensch, Umwelt und Wirtschaft

Smart Factory TU Graz
Agile und datensichere Fertigung bzw. Montage
Datendurchgängigkeit in heterogenen Produktionssystemen
Automatisierte Rekonfiguration von autarken Assemblierungseinheiten
Metalladditive Fertigung und Topologie-Optimierung von Produkten

Pilotfabrik Industrie 4.0 TU Wien
Automatisierung & Digitalisierung von Produktionsprozessen
Digitale Assistenzsysteme & Mensch-Maschine-Kollaboration in der Produktion
Security & Safety in der Produktion
Energieeffizienz & Nachhaltigkeit in Produktionssystemen durch intelligente Daten
